Gesangverein Harmonia Misburg von 1864 e.V.

160 Jahre: Offenes Singen am Blauen See in Misburg

Jubiläumsveranstaltung am Samstag, den 22. Juni 2024 um 14 Uhr

MISBURG. Anlässlich unseres Vereinsgeburtstages möchten wir alle Misburger Bürger und Bürgerinnen zu einem besonderen Event einladen.
Aus unserem Repertoire stimmen wir Sie mit verschiedenen Gesangsvorträgen ein, um dann im Anschluss mit Ihnen gemeinsam bekannte Lieder zu singen. Wir haben dazu Wander- und Frühlingslieder ausgesucht, die einigen von Ihnen sicher noch aus der Schulzeit bekannt sind. Wir verteilen Liedertexte an alle Interessierte.
Selbstverständlich möchten wir diesen Anlass auch nutzen, uns wieder in Erinnerung zu bringen und für den Gesangverein werben. Unsere Gesangsstücke sind dem Zeitgeist angepasst, sie sollen die Zuhörer ansprechen.
Jeden Donnerstag von 18.00 bis 20.00 Uhr finden unsere Chorproben unter der Leitung von Nadiya Kalchenko statt. Interessierte sind herzlich willkommen. Ansprechpartner ist Peter Urban, zu erreichen unter Mobil: 0177/ 1497302. -B.Wi.G.



Brauchen wir eine neue Müllverbrennungsanlage?

Bezirksratssitzung im großen Rahmen

MISBURG. Eine ganz besondere Bezirksratssitzung war im Bürgerhaus Misburg in der Seckbruchstraße zu erleben. Der regulären Sitzung des Stadtbezirksrates Misburg-Anderten war eine gemeinsame Sitzung mit dem Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide vorgeschaltet, die von beiden Bezirksbürgermeistern gemeinsam geleitet wurde. Hier bewährte sich der große Saal im Bürgerhaus einmal mehr, um beide Bezirksräte und eine große Anzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger in entsprechendem Rahmen unterbringen zu können.
Auf der Tagesordnung stand nur ein Thema, und das war die durch enercity geplante neue Müllverbrennungsanlage am Lohweg in Misburg. Und hier waren reichlich Gäste zur Anhörung eingeladen, die über den aktuellen Sachstand und Einschätzung zu diesem Thema informieren sollten. Vorgesehen waren 90 Minuten, verteilt auf drei Blöcke zu je 30 Minuten. Zunächst für die Statements der eingeladenen Gäste, dann für Nachfragen der Bezirksratsmitglieder und abschließend für Nachfragen der Bürgerinnen und Bürger.
So viel können wir vorwegnehmen – die Zeit hat nicht ganz gereicht, und hätten die Bezirksbürgermeister Tegeder und Waraich die Zügel nicht fest in der Hand gehalten, hätte man die Sitzung sicher noch deutlich ausweiten können. Ebenfalls vorweggenommen, die Stimmung war insgesamt im politischen Rund als auch im Zuschauerraum offen und sachlich, obwohl das Thema ja sehr stark emotional besetzt ist. Die Nachfragen und Anmerkungen waren zwar kritisch und nachdrücklich, blieben aber jederzeit vorurteilsfrei und diszipliniert, was in der heutigen Zeit ja leider auch keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Von enercity stand Dr. Manfred Schüle, Geschäftsführer der Enercity Contracting, Anwesenden Rede und Antwort. Er erläuterte noch einmal das Konzept, das enercity in Misburg verfolgt und bekräftigte die Aussage, dass enercity die neue Anlage benötigt, um das Kohlekraftwerk in Stöcken wie geplant abschalten zu können. Außerdem setzte er die Zuhörerinnen und Zuhörer in Kenntnis, dass die Genehmigungsunterlagen für den Neubau bei der Gewerbeaufsicht eingereicht sind, um Planungssicherheit zu erhalten und die weitere Entwicklung des Projekts voranzutreiben.
Ebenfalls war Guido Lücker, technischer Geschäftsführer der EEW Energy from Waste, die die Müllverbrennungsanlage in Lahe betreiben, der Einladung gefolgt. Er gab die Einschätzung seines Unternehmens wieder, das deutschlandweit 13 Müllverbrennungsanlagen betreibt und zwei in Nachbarländern.
Nach Einschätzung der EEW wird die benötigte Müllmenge für den sinnvollen Betrieb einer neuen Anlage in Misburg mutmaßlich nicht zur Verfügung stehen. Schon heute fehlen rund 1,4 Millionen Tonnen verwertbarer Müll für eine Vollauslastung der Anlage, was die Situation beim Neubau einer weiteren Anlage voraussichtlich nicht einfacher macht. In einigen der durch EEW betriebenen Anlagen muss bereits verwertbares Material von Vertragspartnern aus dem benachbarten Ausland zugekauft werden, was aber laut Lücker auf Lahe nicht zutrifft. Die Erzeugung der geplanten und für Hannover benötigten Energie, ließe sich nach Einschätzung der EEW mit einigen Anpassungen auch mit der bereits bestehenden Anlage in Lahe realisieren.
Dritter Referent war Thomas Schwarz, Geschäftsführer Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha). Schwarz erläuterte die Abläufe der Abfallvorbehandlung und Versorgung der Anlage Lahe.
Patrick Hoare sprach nach den Vorträgen aus, was offensichtlich vielen Menschen im Saal durch den Kopf ging. Brauchen wir überhaupt eine neue Müllverbrennungsanlage? Insbesondere, wenn die benötigte Leistung durch die bereits vorhandene Anlage zu erbringen ist.
Und genau diese Frage wird uns in den nächsten Wochen und Monaten weiter beschäftigen, da dieses Thema so umfangreich ist, dass dieser Infoabend nicht ausreichte, um auch nur halbwegs Licht in die Thematik zu bringen. Viele Fragen sind und bleiben aktuell offen. Aber Bezirksrat und Bürger sind interessiert, sachlich und kritisch am Ball!
Klaus Tegeder und Wjahat Waraich kritisierten nachdrücklich im Namen ihrer Bezirksräte die mangelnde Kommunikation der Akteure. Sie mahnten ausdrücklich eine bessere Information und Transparenz bei allen Beteiligten in Richtung der Bezirksräte und Bürgerinnen und Bürger an. Nur so kann eine fundierte Urteilsfindung und sinnvolle Beschlüsse gelingen. „Wir sind hier und erwarten ihre Antworten für uns“, waren Klaus Tegeders Schlußworte.
In der im Anschluss stattgefundenen regulären Bezirksratssitzung des Stadtbezirksrates Misburg-Anderten gab es dann für die Bezirksratsmitglieder noch eine umfangreiche Tagesordnung, deren wichtigste Punkte wir ihnen in der nächsten Ausgabe zusammenfassen. lars



Optimierte Standorte, Ausweitung digitaler Services und innovative Angebote:

Stadt legt Konzept für die Zukunft der Bürgerämter vor

Prüfung eines möglichen neuen Bürgeramts in Misburg

HANNOVER. Die Stadt treibt die Zukunft der Bürgerämter voran. Um die Services weiter zu verbessern und zugleich der Vielzahl der Herausforderungen gerecht zu werden, hat die Stadtverwaltung ein umfangreiches Konzept für die Weiterentwicklung in den kommenden Jahren erstellt. Die „Geschäftsprozessoptimierung“ betrifft drei zentrale Themenfelder: fortschreitende Digitalisierung, gute Standorte und moderne Arbeitswelten. So plant die Stadtverwaltung im Sinne eines Rund-um-die-Uhr-Service zum Beispiel Online-Anleitungen, Video-Sprechstunden und technische Dialogsysteme zur schnellen Beantwortung einfacher, wiederkehrender Fragen (sogenannter Chatbot). Auch soll im Rahmen einer breit angelegten Beteiligung der Bevölkerung eine Lösung für optimierte Standortverteilung und -infrastruktur gefunden werden. In diesem Zuge wird auch an ein mobiles Bürgeramt gedacht, das in die Stadtteile kommt. Um den Dienstleistungscharakter stärker zu betonen, wird zudem vorgeschla-gen, die Bürgerämter künftig HannoverServicePoint zu nennen.
Erstmals auf der Tagesordnung eines Ratsgremiums steht der Verwaltungsvorschlag des Geschäftsoptimierungsprozesses am Mittwoch (12. Juni) im Ausschuss für Haushalt, Finanzen, Rechnungsprüfung, Feuerwehr und öffentliche Ordnung.
„Wir möchten den Bürger*innen Dienstleistungen mit kurzen oder möglichst keinen Wartezeiten bieten. Dabei wollen wir insbesondere die Möglichkeiten der Digitalisierung weiter nutzen“, sagt Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Finanz- und Ordnungsdezernent. „Die Analyse hat gezeigt, dass wir in vielen Dingen schon die richtigen Wege eingeschlagen haben. Es gibt aber noch Potenziale, die wir nutzen müssen, damit die Einwohner*innen weiterhin zufrieden sind und um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.“
Ausgangslage und Geschäftsprozessanalyse
Ausgangspunkt der Optimierungsansätze ist, dass die Bürgerämter mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert sind. Im Zuge des Onlinezugangsgesetzes mit digital anzubietenden Dienstleistungen und daraus resultierenden rechtlichen Änderungen ist der Bereich auch künftig einem stetigen Wandel unterworfen. Hinzu kommen unter anderem demographischer Wandel, der Fachkräftemangel sowie teilweise veraltete Dienstgebäude und nicht mehr geeignete Arbeitsplätze in den Bürgerämtern. Vor diesem Hintergrund hat der Fachbereich Öffentliche Ordnung eine extern begleitete Geschäftsprozessanalyse durchgeführt, die eingebettet war in den aufgabenkritischen Modernisierungsprozess im Rahmen der Haushaltskonsolidierung.
Im Zuge der ausführlichen Bestandsanalyse ermittelte das eingeschaltete Beratungsunternehmen, dass die Zufriedenheit mit der Qualität der Bürgerämter bereits überwiegend hoch ist. So gaben bei einer Befragung 94 Prozent der Interviewten an, „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit der Bearbeitung ihrer Anliegen zu sein. Mit der Bearbeitungszeit sind 91 Prozent der Kund*innen zufrieden oder sehr zufrieden. Bei 87 Prozent liegt der Wert in den Punkten Terminvergabe und Wartezeit.
Hinsichtlich der technologischen Optimierungspotenziale haben die Berater*innen festgestellt, dass die Bürgerämter bereits in den vergangenen Jahren ein modernes und effizientes Fachverfahren und Terminvergabesystem eingeführt haben und aktuell keine grundlegenden Optimierungsbedarfe bestehen.

Ausbau der Digitalisierung
Bei der Analyse wurde auch festgestellt, dass trotz des hohen Digitalisierungsgrads der Dienstleistungen die Bürger*innen die vorhandenen digitalen Angebote noch unzureichend in Anspruch nehmen. Hier sollen gezielt Maßnahmen ergriffen werden, um Hemmnisse bei den Bürger*innen abzubauen und die Nutzungszahlen zu erhöhen. Darüber hinaus wird empfohlen, „Künstliche Intelligenz“ (KI) einzusetzen. Vor dem Hintergrund dieser Feststellungen sollen die Online-Dienstleistungen vor allem in drei Punkten ausgebaut werden: Einrichtung eines Chatbots, von Anleitungen per Video (Tutorials) und von Video-Sprechstunden.
Der sogenannte Chatbot soll rund um die Uhr Fragen beantworten können. Damit lassen sich Verwaltungsabläufe optimieren, tageszeitunabhängig nützliche Informationen liefern sowie die Kund*innen optimal durch das Serviceportal navigieren.
Mit Unterstützungs-Tutorials, die digital zur Verfügung gestellt werden, können sich Bürger*innen zu Antragsverfahren im Vorfeld informieren. Hierzu soll mit Nachwuchskräften ein Projekt initiiert werden. Auch die Einführung von Videosprechstunden mit Beschäftigten der Bürgerämter soll möglichst barrierefreie und niedrigschwellige Zugänge ermöglichen und Hürden abbauen. Daneben plant die Stadt den Einsatz moderner Software und Fachverfahren, um teilautomatisierte Prozesse zu ermöglichen.
Beteiligungsverfahren für „gute Standorte“
Eine Untersuchung der Besucher*innen-Ströme hat ergeben, dass die Kund*innen sich insgesamt sehr heterogen auf das gesamte Stadtgebiet verteilen. Insbesondere das Bürgeramt Aegi wird von Einwohner*innen aus dem gesamten Stadtgebiet in Anspruch genommen. Eine weitere Analyse ergab, dass die Standorte Döhren, Ricklingen und Sahlkamp in ihrer heutigen Form sowohl von der Ausstattung, Lage als auch von der Größe perspektivisch nicht ausreichend sind, um die Dienstleistungen inhaltlich und unter Berücksichtigung arbeitsplatz- und gesundheitsbezogener Aspekte adäquat und kund*innenorientiert zu erbringen. Zudem wurde das Fehlen eines Bürgeramts im Bereich Misburg als nachteilig bewertet. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass eine Mindestgröße der Einrichtungen geboten ist, um etwa bei Krankheitsausfällen oder Ausfällen bei Arbeitsplätzen die Leistungen trotzdem kurzfristig aufrecht erhalten zu können.
Die Geschäftsprozessanalyse kommt daher zu dem Ergebnis, eine Verlagerung der Kapazitäten Döhren und Ricklingen an größere Standorte in Erwägung zu ziehen. Ob dies vor Ort, im Wege von benachbarten Anmietungen oder in Form von Zusammenführungen verschiedener Standortangebote erbracht geschehen soll, soll eine Frage eines umfassenden und ergebnisoffenen Beteiligungsprozesses sein. Auch die mittelfristige Optimierung der Standorte Podbi-Park und Sahlkamp wird dabei Thema sein. Beim Podbi-Park hat sich die Verortung im Obergeschoss und die Wartesituation außerhalb als hinderlich herausgestellt, der Sahlkamp hat im Hinblick auf Größe und Sanierungsbedarf Optimierungspotenzial. Vor diesem Hintergrund wird erwogen für beide Standorte eine gemeinsame Lösung zu suchen. Darüber hinaus schlägt die Verwaltung die Prüfung eines möglichen neuen Bürgeramts in Misburg vor. Auch dazu soll es einen Beteiligungsprozess geben.
Anpassung der Arbeitsabläufe und Organisation
Eine dritte wesentliche Säule bei der Optimierung der Bürgerämter betrifft Organisation und Ablauf der Arbeitsstrukturen und -prozesse. Im Rahmen eines internen Projektes wurden bereits Führungsteams eingeführt und dadurch wurden die Steuerung, Kommunikation und Zusammenarbeit über alle Bürgerämter verbessert. Mittelbar haben sich auch die Terminvorlaufzeiten für die Kund*innen deutlich verbessert. Durch eine Verbesserung der Arbeitsplatzsituation mit Blick auf Ergonomie und Lautstärke sind weitere positive Effekte zu erwarten.
Der Weg, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und dabei die Mitarbeitenden einzubinden, soll durch Nutzung der etablierten Führungsstruktur und -instrumente fortgesetzt werden. Daneben will die Stadt vor dem Hintergrund der zunehmend breiten und diversifizierten Tätigkeitsfelder verstärkt auf die Qualifizierung und die Stärkung des Teamgeistes setzen. -D.D.