Jahresrückblick – Highlights aus 2021

Das zweite Corona-Jahr liegt hinter uns, doch es soll uns nicht mit diesem negativen Beigeschmack in Erinnerung bleiben. Es hat in unseren Stadtteilen auch viele schöne Momente, interessante Ereignisse und Neuerungen gegeben, an die hier erinnert werden soll.
Zwei neue Wochenmärkte
Seit März 2021 findet jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr am Kantplatz in Kleefeld ein Bauernmarkt statt. Und auch in Anderten gibt es wieder regelmäßig frische Waren von Erzeugern aus der Region: Jeweils donnerstags von 14 bis 18 Uhr auf dem Schützenplatz. Nach einer Testphase im April und Mai wurde sowohl auf Wunsch der Marktbeschicker als auch der Marktbesucher beschlossen: Der Wochenmarkt bleibt!
Grundsteinlegung für das Waldforum
Im Juli wurde nach langer Verzögerung endlich mit dem Bau des Misburger Waldforums begonnen. Künftig werden in dieser Bildungsstätte Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen die Geheimnisse des Waldes mit seinen vielfältigen Bewohnern näher gebracht.
Rollstuhlgerechte Angelplätze
Im Sommer wurde ein Teil des Uferweges am Annateich im Hermann-Löns-Park saniert. Dabei wurden gleich zwei in Hannover einzigartige Angelplätze geschaffen, die auch Rollstuhlfahrern einen sicheren Stand ermöglichen.
Kertess-Gelände von Altlasten befreit
Im Laufe des Jahres wurde das ehemalige Kertess-Gelände an der Anderter Straße revitalisiert. Die chemischen Altlasten sowie Bombenblindgänger wurden beseitigt. Jetzt ist das 23.000 Quadratmeter große Areal bereit für die geplante Errichtung eines Industrie- und Gewerbeparks für kleine Unternehmen. Ein Hoffnungsschimmer auch für das Deurag-Nerag-Gelände.
Naherholung in Misburg
Nicht nur auf dem Kertess-Gelände tut sich was, auch die Vorarbeiten für das Naherholungsgebiet im Bereich der früheren Mergelgrube HPC II sind jetzt abgeschlossen. Tonnenweise unbelasteter Boden wurde in den vergangenen Jahren hier abgeladen, um einen Badesee zu schaffen. Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf einen See mit Flachwasserzone, Strandbereich, kleiner Insel, Biotopen und einer Streuobstwiese freuen. An den Planungen wurden sie kürzlich beteiligt.
Schwimmbad ist abgerissen
Ein Lichtblick für alle Schwimmfreunde ist der nun vollzogene Abriss des Misburger Schwimmbades, das seit 2015 geschlossen war. Zwar wird es bis zur Eröffnung des Neubaus wohl noch zwei Jahre dauern, doch die Voraussetzung für den Baustart ist nun gegeben. Erfreulicherweise hat der Bundestag zudem eine Förderung in Höhe von drei Millionen Euro bewilligt.
Ein weiteres großes Bauvorhaben in Misburg ist der Aldi-Markt in der Anderter Straße. Bereits im Frühjahr wurden die alten Gebäude auf dem Gelände abgerissen und die ansässigen Unternehmen ausgelagert. Der Beginn der Bauarbeiten für den Neubau hat sich indes immer wieder verzögert.
Highlights für Kinder
Zum Ende der Sommerferien fand auf dem Anderter Schützenplatz parallel zum Wochenmarkt ein von den Marktbeschickern organisiertes Kinderfest statt. Die Kinder konnten sich bunt schminken und ihre Fahrräder registrieren lassen, es gab eine Hüpfburg, süße Leckereien, einen Spielzeugstand und auch ein Glücksrad.
Im Oktober wurde in Kirchrode der Spielplatz im Dieter-Oesterlen-Weg nach einer Grundsanierung neu eingeweiht. Der wie bisher terrassenartig angelegte Platz folgt dem Thema Berglandschaft und weist für verschiedene Altersgruppe unterschiedliche Bereiche auf.
Der traditionelle Laternenumzug in Misburg lockte im November eine große Menge an Familien an, deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Diesmal startete und endete der Umzug auf dem Platz der Begegnung.
Kommunalwahlen bringen neue Gesichter
Nach den Kommunalwahlen im September starteten die neu gewählten Bezirksräte im November ihre Arbeit. In Misburg-Anderten hat sich Klaus Dickneite (SPD) nach 35 Jahren im Bezirksrat und zehn Jahren als Bezirksbürgermeister aus dem Gremium verabschiedet. Nachfolger ist Klaus Tegeder, zur Stellvertreterin wurde Svenja Schophaus (Grüne) gewählt.
Auch im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld gab es einen Wechsel an der Spitze: Neue Bezirksbürgermeisterin ist Belgin Zaman (SPD), Stellvertreter Horst Ahrens (Grüne).
Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode wird nach wie vor von Bernd Rödel (SPD) geführt, Stellvertreterin ist Regine Kramarek (Grüne).
Auch der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide wurde zum Teil neu aufgestellt. Bezirksbürgermeister ist nun Dr. Wjahat Waraich (SPD), Beate Herkendell (Grüne) ist Stellvertreterin.
Einige Jubiläen
Im vergangenen Jahr gab es in Misburg zudem einige große Jubiläen zu feiern. Beispielsweise feierten die Naturfreunde Misburg ihr 100-jähriges Bestehen. Gestartet waren sie als Wandergruppe mit dem Namen Edelweiß. 1933 wurde der Verein verboten, aber sofort nach dem Krieg wieder neu belebt. Das Vereinsheim am Blauen See entstand 1954, es wurde in den folgenden Jahrzehnten nach und nach erweitert. Das heutige Vereinsleben der Naturfreunde gestaltet sich sehr vielseitig mit kulturellen Angeboten, Wanderungen, Angeln und Seniorenaktivitäten. Noch relativ neu ist das Bogenschießen.
Die älteste Apotheke in Misburg hat im vergangenen Jahr ihr 55-jähriges Jubiläum gefeiert: die Burg-Apotheke. Sie wurde im Februar 1966 von Monika Ulbrich gegründet, heutige Inhaberin ist Silvia Oehlmann.
Das Bürgerhaus Misburg feierte sein 50-jähriges Bestehen am 10. September. Aus diesem Anlass wurde zu einem Open-Air-Kino-Abend eingeladen und ein bunter Nachmittag mit Mitmachaktionen für Kinder und Erwachsene veranstaltet. Zudem gab es eine offizielle Jubiläumsfeier mit Musik und Ansprachen von Oberbürgermeister Belit Onay, Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite sowie Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf. Weitere Aktionen werden in diesem Jahr folgen. -ben

Jahreswende – die guten Zeiten liegen vor uns?

Neujahrsgruß des Bezirksbürgermeisters Misburg-Anderten Klaus Tegeder

Vor meiner Antwort auf diese Frage, wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern eben diese gute Zeit im neuen Jahr. Gesundheit, Erfolg und dass sich alle Ihre Wünsche erfüllen.
Was erwartet uns im neuen Jahr? Ich bin vor allem sehr zuversichtlich, dass wir die Pandemie beherrschen lernen, damit wir alles was wir so schmerzlich vermissen wieder als selbstverständliche Bürgerrechte zurückbekommen werden. Unsere Sorge um Leben und Gesundheit wird sich wieder dem üblichen Geschehen anpassen.
In Misburg-Anderten werden wir auch im neuen Jahr viele Baumaßnahmen und Entwicklungen sehen, die unseren Stadtbezirk aufwerten und die Lebensqualität verbessern. Das Hallenschwimmbad in Misburg entsteht und eine Reihe weiterer Baumaßnahmen und Planungen laufen an. Ich bin mir durchaus bewusst, dass es dabei immer wieder Zumutungen für Bürgerinnen und Bürger geben wird. Zum Jahresende haben die Anliegerinnen und Anlieger der Gollstraße, aber auch der Anderter Straße vieles ertragen, was vielleicht auch besser hätte vorbereitet und abgewickelt werden können. Hier müssen wir Baumaßnahmen künftig sorgfältiger und rücksichtsvoller planen und umsetzen. An dieser Stelle deshalb vor allem meinen Dank an unser Stadtbezirksmanagement, sie haben sich über das übliche Maß hinaus engagiert und mich unterstützt, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten.
Worauf gilt es im neuen Jahr in Misburg und Anderten gemeinsam besonders zu achten?
Schwerpunkte werden ganz sicher der Bebauungsplan im Steinbruchsfeld Ost und die Pläne zur Neugestaltung der Schulzentren in Misburg und Anderten sein. Das Hallenbad in Anderten muss im Bestand gesichert werden und eine jahrelange Schließung wie jüngst in Misburg muss vermieden werden. Die Möglichkeit zur Erteilung von Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche ist enorm wichtig. Natürlich verdient auch der geplante Neubau der Sporthalle in Anderten an Stelle des abzubrechenden AMK Hauses die besondere Aufmerksamkeit aller Beteiligten.
Dies alles ist selbstverständlich ohne Vorpriorisierung nur ein Auszug aus der langen Projektliste für unseren Stadtbezirk.
Mein Fazit für das vergangene Jahr: Es geht rasant voran im Stadtbezirk und ja, mit Ihrer aller Unterstützung und unserem gemeinsamen guten Willen liegen die guten Jahre vor uns!
Es grüßt Sie
Ihr Stadtbezirksbürgermeister
Klaus Tegeder

Breite Mehrheit für neuen Badesee in Misburg

Ergebnis einer Online-Befragung

Die Einwohner*innen Misburgs und der angrenzenden Stadtteile bewerten das geplante neue Naherholungsgebiet mit Badesee auf dem Gelände der ehemaligen Mergelgrube HPC II mehrheitlich als Gewinn. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung, das jetzt vorliegt. Die Antworten der 550 Teilnehmenden lassen erwarten, dass das neu gestaltete Areal ganzjährig von Erholungsuchenden genutzt wird und dass in den Sommermonaten auch das Angebot zum Baden im See großen Zuspruch findet. So können sich 88,2 Prozent der Befragten vorstellen, das Areal künftig zu nutzen. Weitere 9,5 Prozent gaben „vielleicht oder gelegentlich“ an.
Für die weitere Planung des Geländes haben die Teilnehmenden zahlreiche Wünsche und Hinweise zur Gestaltung des Strand- und Wiesenbereiches abgegeben. Neben einer Promenade mit Aufenthaltsplätzen, schattigen Bereichen und Angeboten für Spielmöglichkeiten und Bewegung stehen auch ausreichende Sanitäranlagen sowie eine Badeaufsicht auf der „Wunschliste“. Damit das Naherholungsgebiet langfristig attraktiv bleibt, sollen auch eine gute Pflege und die Sauberkeit der Anlagen gewährleistet werden. Die Teilnehmenden haben auch Bedenken formuliert, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Übernutzung des Gebietes durch Besucher*innen und daraus folgende Probleme mit Müll, Lärm oder erhöhtem Verkehrsaufkommen. Bei allen Ansprüchen an die Nutzung des neuen Geländes haben viele Teilnehmende in Kommentaren aber auch die Rücksichtnahme auf die Tier- und Pflanzenwelt als wichtiges Ziel ausgegeben.
Ausgewählte Ergebnisse im Einzelnen
Bei der Befragung waren zum Teil Mehrfachantworten möglich. Hinsichtlich der Bedeutung vorgegebener Planungsziele bei der künftigen Gestaltung haben 75 Prozent der Befragten „Spiel, Bewegung, Freizeit, Erlebnis und Entspannung am/im Wasser“ als wichtig angegeben. Dahinter liegen die Ziele „Naturnahe Erholung im Wohnumfeld“ (66,4 Prozent), „Sicherung von Naturraumpotenzialen und Reparatur der Mergelbaulandschaft“ (53,6 Prozent) sowie „Rückbau von Barrieren im Wegesystem“ (28,1 Prozent).
Für die künftige Gestaltung des Badeareals hat sich eine große Mehrheit von 69 Prozent für das Pflanzen von Bäumen als Schattenspender im Strandbereich ausgesprochen. Ebenfalls von vielen Befragten gewünscht sind Liegewiesen in Ufernähe (48,1 Prozent), Pontons/Stege für den Sprung ins Wasser (47,1 Prozent), Sand als Untergrund (46,4 Prozent) und ein großer Flachwasserbereich für Kinder (45,4 Prozent).
Zwei Drittel (66,7 Prozent) halten einen Rundweg im neuen Erholungsgebiet für unverzichtbar. Bei der Strandgestaltung mit drei alternativen Entwurfsvarianten votierten mehr als die Hälfte (54,1 Prozent) für eine Halbinsel, die in den See ragt.
Hinsichtlich Wege und Erreichbarkeit werden vor allem zwei Aspekte als besonders wichtig erachtet: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden (68,1 Prozent) wünschen sich ausreichende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Das Spazieren durch naturnahe, ruhige Bereiche sehen immerhin noch 62,8 Prozent als wichtig an. Das Interesse an ausreichenden Parkmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge ist vergleichsweise gering mit weniger als einem Drittel Zustimmung (31,9 Prozent).
Die heutige Brachfläche westlich der Mergelgrube und östlich der Siedlung soll nach Meinung der meisten Befragungsteilnehmenden (45,7 Prozent) als „wilde“ Fläche bei aber übersichtlicher gestalteter Wegeführung erhalten bleiben. Für die Flächen nördlich und südöstlich der Grube wünscht sich die breite Mehrheit von 65,3 Prozent naturnahe Flächen als Lebensraum von Pflanzen und Tieren.
Weitere Ergebnisse der Online-Befragung sind im Internet unter www.hannover.de/badesee-misburg zu finden.
Planung mit Bürger*innenbeteiligung
Bei der Entwicklung des 400.000 Quadratmeter großen Geländes im Stadtteil Misburg-Nord zu einem naturnahen Naherholungsgebiet mit Badesee bindet der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover interessierte Hannoveraner*innen mit ein. Der dreiwöchigen Online-Befragung vom 12. November bis 6. Dezember vorausgegangen war Mitte November ein öffentlicher Planungs-Workshop mit rund 70 Personen. Alle dort eingegangenen Vorschläge und Anregungen sowie die Online-Beteiligung hat das beauftragte Planungsbüro „plan zwei“ (Hannover) bearbeitet und ausge-wertet. Die Ergebnispublikation enthält auch eine umfangreiche Dokumentation des Beteiligungsprozesses.
Im Jahr 2022 beantragt die Stadtverwaltung die für das erforderliche Planfeststellungsverfahren notwendigen Genehmigungen. Parallel dazu treibt sie die ingenieurtechnische Planung auf Basis der Beteiligungsergebnisse voran. Die Verwaltung wird regelmäßig über den Stand des Projektes informieren. -D.D.